Die Idee, eine eigene Eisfläche im Garten anzulegen, klingt für viele zunächst aufwendig oder sogar unrealistisch. Doch mit etwas Vorbereitung und den richtigen Materialien lässt sich dieses Projekt gut umsetzen – auch für Hobby-Handwerker ohne besondere Vorkenntnisse.
Der große Vorteil: Du bist unabhängig von Öffnungszeiten, Menschenmengen oder Eintrittspreisen. Außerdem ist es ein Projekt, das Spaß macht und bei dem du viel über Eis, Wetter und handwerkliche Lösungen lernst. Besonders für Kinder ist das ein echtes Winterabenteuer.
In diesem Blogartikel erfährst du, wie du dir mit überschaubarem Aufwand eine Schlittschuhbahn selbst bauen kannst – ideal für Kinder, Familie und Freunde.
Die richtige Wetterlage – ohne Frost geht nichts
Bevor du mit dem Aufbau beginnst, solltest du einen Blick auf die Wettervorhersage werfen. Für eine stabile und tragfähige Eisfläche braucht es mehrere Tage mit konstantem Frost.
Idealerweise liegen die Temperaturen tagsüber unter 1 Grad Celsius und nachts bei mindestens minus vier Grad.
Noch besser ist ein längerer Zeitraum mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Je kälter es ist, desto schneller und zuverlässiger gefriert das Wasser – und desto dicker und stabiler wird die Eisfläche.
Benötigte Materialien und Werkzeuge
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Erklärung zu den Materialien
Das Herzstück deiner Eisbahn ist der Wasserbehälter, der später gefriert. Hierzu baust du dir mit einfachen Mitteln einen Beckenrand und legst eine Folie ein. Die wichtigsten Materialien sind:
HT-Rohre (meist in Grau erhältlich): Sie dienen als Rahmen für die Umrandung. Achte darauf, dass sie hoch genug sind, um eine ausreichend tiefe Wasserschicht zu halten. Bei starkem Gefälle im Garten kannst du unterschiedlich hohe Rohre verwenden oder die niedrigeren Stellen mit Holz oder anderen Materialien unterfüttern.
Weiße Plane oder Folie: Wichtig ist, dass sie UV-beständig und wasserdicht ist. Eine weiße Plane reflektiert das Sonnenlicht besser und heizt sich nicht unnötig auf – was die Eisbildung unterstützt. Dunkle Folien können die Eisbildung verlangsamen oder sogar das Eis an warmen Tagen wieder schmelzen lassen.
Zeltheringe oder Haken zur Fixierung der Plane am Boden, eventuell ein Gummihammer
Wasserquelle: Ein Gartenschlauch reicht völlig aus
lange Wasserwaage: damit man bei Bedarf unterlegen kann
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So baust du deine Eisbahn
Der Bau einer Eisbahn gliedert sich in einige übersichtliche Schritte:
1. Standortwahl und Vorbereitung
Suche dir eine möglichst ebene Fläche im Garten aus, idealerweise etwas windgeschützt und nicht direkt in der Sonne. Vermeide unbedingt die Nähe zu Heizquellen wie Hauswänden oder Kanaldeckeln – dort bleibt der Boden wärmer und das Eis gefriert schlechter.
2. Umrandung aus Rohren bauen
Stecke die HT-Rohre so zusammen, dass sie ein geschlossenes Rechteck oder Quadrat bilden. Die Rohre sollten fest sitzen, aber im Frühling auch wieder leicht zerlegbar sein. Bei Ecken kannst du die Dichtungen drin lassen, um zusätzliche Stabilität zu schaffen.
3. Folie einlegen
Breite die Plane über die gesamte Fläche und darüber hinaus aus. Sie sollte mindestens einen Meter länger und breiter sein als die Umrandung, damit du genug Material zum Festzurren hast. Lege sie möglichst faltenfrei aus. Je glatter sie liegt, desto gleichmäßiger wird später das Eis.
4. Plane fixieren
Zieht sich die Plane beim Füllen zu stark nach innen, kann sie aus der Form geraten. Daher solltest du sie mit Zeltheringen oder anderen Befestigungsmitteln vorsichtig am Boden fixieren. So bleibt sie gespannt und die Umrandung wird nicht durch den Wasserdruck beschädigt.
5. Wasser einfüllen
Lass langsam Wasser in das Becken laufen. Beobachte dabei, wie sich das Wasser verteilt und gleiche eventuell noch kleine Unebenheiten aus. Wichtig ist, dass du nicht bis zum Rand auffüllst – du brauchst später noch Platz, um die Oberfläche mit frischem Wasser aufzufrischen, wenn sie durch das Fahren mit Schlittschuhen rau geworden ist.
Oberflächenpflege – Glatt wie ein Spiegel
Je nach Witterung kann es mehrere Nächte dauern, bis sich eine tragfähige Eisschicht bildet. Eine Dicke von fünf bis sieben Zentimetern reicht für Kinder meist aus, Erwachsene sollten auf mindestens acht bis zehn Zentimeter achten.
Nach einigen Runden auf dem Eis entstehen Kratzer und Rillen. Kein Problem – mit einem sogenannten „Nessen“ kannst du die Fläche auffrischen. Dabei wird eine sehr dünne Wasserschicht über die bestehende Eisfläche gegossen. Diese gefriert zu einer glatten Oberfläche. Wichtig ist, dass es dabei wirklich kalt genug ist – sonst verbindet sich das Wasser nicht mit dem vorhandenen Eis und platzt später wieder ab.
Auch nach Schneefall oder Regen solltest du das Eis reinigen und eventuell eine neue Schicht Wasser aufbringen. Besonders nasser Schnee kann die Oberfläche aufrauen, was das Fahren unangenehm macht.
Auch wenn es verlockend ist, sofort aufs Eis zu gehen – warte lieber einen Tag länger, als zu früh loszulegen. Eine dünne Eisschicht kann brechen, was nicht nur gefährlich, sondern auch ärgerlich ist.
Fazit: Winterfreude selbst gemacht
Eine eigene Eisbahn im Garten ist ein echtes Highlight für jede Familie. Mit ein wenig Vorbereitung und Geduld kannst du dir eine ganz persönliche Winteroase schaffen. Es braucht keinen großen Garten oder teures Equipment – nur etwas Geschick, die richtige Wetterlage und Lust auf ein winterliches Projekt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur selbstgebauten Eisbahn im Garten
Wie groß sollte die Eisbahn sein?
Die Größe hängt ganz von deinem Garten und deinem Vorhaben ab. Für Kinder reichen schon 3 x 5 Meter, wer etwas mehr Platz hat, kann auch 5 x 10 Meter oder mehr anlegen. Je größer die Fläche, desto mehr Wasser wird benötigt – und desto länger dauert es, bis das Eis durchfriert.
Wie viel Wasser brauche ich für eine Eisbahn?
Das hängt von der Fläche und der gewünschten Eisdicke ab. Ein Beispiel: Für eine Fläche von 4 x 6 m mit 5 cm Wassertiefe brauchst du etwa 1.200 Liter Wasser (4 × 6 × 0,05 = 1,2 m³). Bei unebenem Boden sollte mehr eingeplant werden.
Wie lange dauert es, bis das Wasser gefroren ist?
Bei konstanten Temperaturen von etwa -5 °C dauert es mindestens zwei bis drei Nächte, bis sich eine tragfähige Eisschicht bildet. Je tiefer das Wasser und je wärmer es tagsüber ist, desto länger dauert es.
Was tun, wenn es zwischenzeitlich taut oder regnet?
Regen oder Tauwetter können die Eisfläche aufweichen. Entferne Wasser mit einem Besen oder Eimer. Warte, bis es wieder friert, und bring dann eine neue dünne Wasserschicht auf, um die Oberfläche zu regenerieren.
Wie kann ich das Eis glätten, wenn es uneben oder zerkratzt ist?
Mit dem sogenannten „Nessen“ – einer dünnen Schicht Wasser, die du bei starkem Frost auf die Fläche gibst. Diese Schicht gefriert zu einer glatten neuen Oberfläche.
Wie stelle ich sicher, dass das Eis tragfähig ist?
Eine tragfähige Eisschicht sollte mindestens fünf bis sieben Zentimeter dick sein. Prüfe dies an mehreren Stellen, bevor du die Bahn nutzt – insbesondere in der Mitte, wo das Wasser am tiefsten ist.



